BÜRSTNER-DÜMO und die Tour
L'Etape du Tour - so heißt alljährlich die Chance des Jedermann-Radsportlers das Tour de France Fieber live zu erleben und dann die Übertragungen am Bildschirm ganz neu und intensiv zu erleben.

Selbstverständlich ist Alpe d'Huez für jeden Radsportfan eine Legende. Auch wenn es steilere Berge, schönere Strassen und auch idyllischere Orte gibt. Dennoch, Alpe d'Huez darf nicht fehlen. Auch nicht für Kai Kienast, Christoph Pütz, Heino Sack und Michael Thyssen, die mit Wohnmobilen angereist waren und einen idyllischen Platz 17 Km unterhalb des Zielortes gefunden hatten. Das Abenteuer Tour konnte beginnen.
Volksfeststimmung herrschte schon bei der Einschreibung und Startnummernübernahme am Vortag. Es ist schon beeindruckend mit annähernd 10.000 gleichgesinnten Rennradlern morgens um 07.00 Uhr nach fast 2 Stunden Anfahrt in einer kilometerlangen Startreihe in Modane zu stehen.
Und dann klappt der Start dieser Menschenmasse nahezu reibungslos, ohne Gedränge und vor allem ohne Stürze. Die ersten Kilometer sind abschüssig und mit > 40-45 Km/h sehr schnell, bis dann bei 732m Höhe der Einstieg in die erste Passauffahrt zum Col du Telegraphe (1566m) das Tempo doch radikal auf 10-14 Km/h reduziert, es sind 12 Km durchgängiger Anstieg mit 7% zu bewältigen. Eine der Herausforderungen ist es an einem kühlen Morgen in der Startreihe nicht zu frieren und kurz danach am ersten Anstieg nicht "auseinanderzulaufen" und unverhältnismäßig Flüssigkeit auszuschwitzen. Es gibt zwar viele Verpflegungsstationen, doch immer mit langen Warteschlangen. Dem ersten Anstieg folgt eine nur kurze schnelle Abfahrt, bis dann auf 1434m Höhe der Anstieg über 17 Km mit erneut ca. 7% zum Col du Galibier (2556m) beginnt. Inzwischen macht sich trotz der Höhe die pralle Sonne mit hohen Tagestemperaturen bemerkbar, der Bedarf an Flüssigkeit steigt und steigt.

Mit dem Erreichen der Passhöhe setzt sich dann ein wenig Euphorie durch, die Hälfte ist fast geschafft, nur noch 1 Berg und eine lange Abfahrt. Will ich mich bergab und flach erholen oder Zeit gutmachen? Zufällig findet sich eine kleine schnelle Gruppe, so muss die Erholung warten und es geht mit 60 und in der Spitze 85 Km/h bergab Richtung Alpes d`Huez.
Und dann geht es durch den Ort Bourg d'Oisans zum Aufstieg. Die ohnehin tolle Stimmung steigert sich zu wirklich kaum vorstellbarer Begeisterung. Radsport in Frankreich hat eine ganz andere Popularität als bei uns - mehrfach werde ich in meiner BÜRSTNER Teamkleidung mit lauten Rufen "Bürstner, Bürstner" angefeuert, davon 2x von am Straßenrand geparkten BÜRSTNER Reisemobilisten.
Es geht los - und zwar gleich mit der heftigsten Steigung des gesamten Anstiegs. 21 durchnummerierte Kehren führen nach oben, in jeder steht ein Schild mit der Höhe.
In den Kehren bis La Garde sind die steilsten Passagen zu überwinden, kein Wunder, ist die Straße hier in eine fast senkrechte Wand gebaut. Die starke Hitze lässt uns alle nach dem kleinsten Schatten suchen, trotz aller Unterstützung ist die Müdigkeit groß, der runde Tritt wird immer schwerer, die Füße brennen in den Schuhen, immer öfter muss ich aus dem Sattel, was den Puls weiter steigen lässt.
Und dann bin ich drin, in Alpe d'Huez.
Sportläden, Hotels, Appartements, Seilbahnen, ein Toristenmekka. Keine Kühe auf der Alp von Huez. Aber mit dem Ortsschild ist das Ziel eben doch noch nicht erreicht. Zwei Serpentinen, eine Gerade, sogar ein geringes Gefälle, zwei Kreisel und dann die Zielgerade - schon wieder bergauf und es ist geschafft - 113 Km zeigt mein Tacho, übrigens auch die der Anderen. Bleibt dann noch die Schlussfrage, wie komme ich heil und ohne Krämpfe vom Rad?
Und die Ergebnisse? An sich ja nicht so wichtig, hier kommt es auf das Ankommen an, aber der Vollständigkeit halber:
Michael Thyssen 5:18, Christoph Pütz 5:59 , Kai Kienast 6:03 , Heino Sack 7:59.
Und was nun folgt, ist eine atemberaubende 17 Km lange Abfahrt zu den Wohnmobilen.


